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Die “Paddock Paradise”-Idee von Jaime Jackson


oder: Wie wir die Haltung der Pferde verbessern können.

Pferde sind Bewegungstiere. Körperbau, Stoffwechsel, Bewegungsapparat, Atmungs- und Verdauungsorgane sind auf eine stetige Bewegung und Futteraufnahme (in kleinen Mengen) ausgerichtet. Frei lebende Pferde bewegen sich - meist fressend im Schritt - rund 16-18 Stunden am Tag vorwärts. Im Rahmen der gängigen Pferde-Haltung steht das Pferd überwiegend herum, selbst auf großzügig angelegten Paddocks. Hier haben sie zwar Licht, Luft und meist auch Sozialkontakt, aber Bewegung findet trotz des Raumangebotes nur sehr sparsam statt. Wollen wir unsere Pferde gesund halten, muß an diesem Punkt Abhilfe geschaffen werden.

Eine bahnbrechende Idee kommt von dem amerikanischen Hufschmied Jaime Jackson: Begeistert von der guten Hufqualität und der robusten Gesundheit der Wildpferde Nordamerikas beschloss Jamie Jackson, das Leben der Wildpferde hautnah zu beobachten. Zwei Jahre begleitete er deshalb eine Wildpferde-Herde in Nevada auf ihren Wanderungen. Aus seinen Beobachtungen entwickelte er eine Idee für ein neues Offenstall-Konzept: das “Paddock Paradise”.

Jamie Jacksons 'Paddock Paradise'-Buch Grundlage für das Paddock Paradise ist die Beobachtung von Jaime Jackson, dass sich “seine” Herde in einem riesigen Gebiet auf immer gleichen Pfaden bewegte. Pfade, die eine Verbindung von Wasserstellen, Fressplätzen, besonders mineralhaltigen Gegenden, Baumbeständen und Ruheplätzen bildeten. Auf ihrem Weg durchquerten die Pferde die unterschiedlichsten Landschaften von Weideland über Felslandschaften und Waldbeständen. In diesen unterschiedlichen Gegenden konnten die Pferde ihre Bedürfnisse in besonderer Form befriedigen. Die Felsgegend lieferte ihnen mineralhaltiges Gestein zum Abschlecken, die Wälder lieferten andere Nährstoffe als die unterschiedlichen Weiden, eine besondere Bodenbeschaffenheit lud die Pferde zu ausgiebigen Wälz- und Fellpflege-Pausen ein.

Die Besonderheiten der einzelnen Plätze motivierten die Pferde zu langen Wanderungen. Dass sie dabei nicht die ganze Fläche ihres Gebietes nutzten, sondern sich auf ihre immer gleichen, bekannten Pfade beschränkten, gab Jamie Jackson die grundlegende Idee für seine Offenstall-Haltung. Das Paddock Paradise ist letztendlich die Übertragung der Bedingungen der freien Wildbahn auf den beschränkten Raum unserer Pferde-Haltung:

Ein Paddock mit den verschiedensten Angeboten, die die Pferde nur über lange Wanderwege erreichen können.

Eine diesem Gedanken nahe kommende Haltung hat sich bereits vor Jahren in Deutschland verbreitet. Die HIT-Aktivställe und LAG-Laufställe sind ebenfalls so gestaltet, dass sich wichtige Bereiche möglichst weit voneinander entfernt befinden: Die Tränke ist weit weg von der Heu-Raufe, an anderer Stelle befindet sich der Stall mit Liegeflächen, eventuell gibt es noch besondere Bereiche zum Wälzen, Baumstämme als Hindernisse oder sogenannte “Fluchtbalken”, so dass auch auf diese Weise Pfade entstehen.

Die Besonderheit des Paddock Paradise ist jedoch, dass sich das Futterangebot auf viele Stellen verteilt und lange, eingezäunte Wege den Pferden viel Bewegungsraum bei relativ wenig Platz-Verbrauch schaffen. Die einfachste Form ist die Anlage eines Pfades rund um die eventuell an das Paddock grenzende Weide. Das Paddock verbleibt als Liege- und Spielfläche, gefressen wird entlang des Wanderweges, des “Tracks”. Dass die Tränke nun an der entgegengesetzen Paddock-Seite zu finden ist versteht sich von selbst...

Mittlerweile hat diese Form der Pferdehaltung auch in Deutschland viele Freunde gefunden. Da die Bezeichnung “Paddock Paradise” für ein Offenstallkonzept zwischenzeitlich von einem Niederländer rechtlich geschützt wurde, hat sich hierzulande die Bezeichnung “Paddock Trail” für dieses Konzept etabliert. Ich nenne unseren Paddock einfach Trail Paddock...

Wie sich eine solche Haltung realisieren läßt ist natürlich abhängig von dem zur Verfügung stehenden Platz und von der Fantasie des Pferdehalters. Wie groß, breit und lang kann der Trail angelegt werden, wieviele Querverbindungen kann es geben und welche Anreize für die Pferde lassen sich entlang des Weges schaffen? Einige Ideen dazu finden sich auf folgenden Seiten:


Inspiriert durch viele Ideen, Berichte und meine eigene Vorstellung von einer artgerechten Pferdehaltung, habe ich in den letzten Jahren die Pferde-Haltung auf DreamWest kontinuierlich verbessert und letztendlich im Herbst 2011 mit der Einrichtung des Trails begonnen. Wie ich den DreamWest Trail-Paddock gestaltet habe, lesen Sie hier: Pferde-Haltung auf DreamWest







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